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1. Das Ei

Für jeden Schmetterling vollzieht sich in seinem Leben eine gesamte Umwandlung. Befruchtete Eier werden an der jeweiligen Futterpflanze abgelegt, im Durchschnitt 100 bis 300 Stück pro Weibchen (die Größe variiert je nach Art von Bruchteilen eines Millimeters bis etwa stecknadelkopfgroß). Einige Arten bevorzugen die Oberseite eines Blattes, viele Schmetterlinge jedoch kleben die Eier zum Schutz vor Feinden an die Unterseite.

2. Die Raupe

Wenige Tage nach der Ablage frisst sich die Larve, Raupe genannt, mit ihren scherenähnlichen Kiefern einen Weg aus dem Ei und denkt von da an nur noch an das Fressen, um möglichst schnell zu wachsen. Dieses Stadium macht einen Großteil des Schmetterlingslebens aus. Die meisten Raupen fressen zuerst einmal die Eihülle, bevor sie sich über die Blätter ihrer Futterpflanze hermachen. Die immense Nahrungsaufnahme in diesem Stadium ist nötig, weil sie später in der Verpuppung für etliche Zeit keinerlei weitere Nahrung zu sich nehmen können und von ihrem Polster leben müssen.
Wenn die Raupe größer und dicker wird, wird ihre Haut zu eng und platzt auf, was man Häutung nennt. Nach zwei Wochen hat die sehr schnell wachsende Raupe ihre Haut meist bereits vier Mal gewechselt. Raupen haben drei echte Beinpaare. Sie können, wenn überhaupt, nur schlecht sehen. Nicht alle Raupen ernähren sich von Blättern. Raupen, die Kleidung und andere Textilien zerfressen, sind wohlbekannte und gefürchtete Schädlinge. Wachs, Haare und tote Insekten bilden ebenfalls eine Nahrungsgrundlage für manche Arten. Wieder andere sind in der Speisekammer ungeliebte Gäste. Eine Art aus Hawaii täuscht mit ihrem besonders gemusterten Rücken Fruchtfliegen. Wenn eine Fliege auf ihrem Rücken landet, dreht sie sich um, schnappt und verschlingt die Fliege. Aber nicht nur andere Insektenarten werden verspeist. Einige Raupenarten fressen ihre eigenen Artgenossen. Die Raupen einiger Bläulinge (Lycaenidae) geben eine Art Honigtau ab. Ameisen lieben diese Flüssigkeit und schleppen die Raupe in ihren Bau, nachdem sie sich das letzte Mal gehäutet hat. Die Raupe nimmt den Nestgeruch an und verhält sich wie die Ameisenlarven. Darum füttern sie die Ameisen, während sie deren Larven frisst.

3. Die Puppe

Nun voll ausgewachsen, beginnt die Raupe ihre Umwandlung in einen Schmetterling. Sie wandert zu einem ruhig gelegenen und geschützten Platz, hängt sich dort mit einem kleinen Seidenpolster fest, häutet sich ein letztes Mal und zum Vorschein kommt eine harte Hülle. Die Raupe ist zur Puppe geworden. In diesem Stadium geschieht nun das eigentliche Wunder, die Metamorphose, die Umwandlung der Raupe zu einem wunderschönen Schmetterling. Hormonelle Veränderungen lösen das bestehende Gewebe und bilden seine endgültige Form aus. Manche Arten schaffen diese Verwandlung in einigen Tagen, andere brauchen Jahre dafür.

4. Der Schmetterling

Ist die Metamorphose abgeschlossen, weicht der vollständig entwickelte Schmetterling die Puppenhülle mittels eines Enzyms auf und schlüpft. Bevor er jedoch fliegen kann, muss er erst seine Flügel ausbreiten, mit Blut oder Chitin füllen und durchhärten, was mehrere Stunden in Anspruch nehmen kann. Wenn dieser Vorgang abgeschlossen ist, kann der Schmetterling endlich fliegen, um einen Partner zur Paarung zu finden und selbst wieder Eier legen zu können. Die meisten Schmetterlinge ernähren sich von Blütennektar, außerdem suchen einige Arten Nährstoffe in fauligen Früchten, dem Saft frisch geschlagener Bäume oder Honigtau. Der Kot von Vögeln und anderen Tieren, Urin, Schweiß und verfaulte Pilze sind ebenso gefragt.

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