Der
Körper der Insekten (Insecta), der entwicklungsgeschichtlich am höchsten stehenden
Gliederfüßer (Arthropoda), ist deutlich in drei ungleich große Hauptabschnitte
unterteilt, den Kopf (mit Facettenaugen, Fühlern, Rüssel), die Brust (Thorax mit
Beinen und Flügelansatz) und den Hinterleib (Abdomen mit Verdauungs- und Fortpflanzungsorganen).
Chitin, ein toter Baustoff, übernimmt als Außenskelett die Stützfunktion. Diese
Hülle umgibt die Körperflüssigkeit und alle inneren Organe. Schmetterlinge besitzen
kein Herz, sondern ein offenes Blut-Kreislauf-System, außerdem als Gehirn einen
damit vergleichbaren Gangienknoten.
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Flügel Schmetterlinge haben
insgesamt vier membranöse Flügel, zwei Vorder- und zwei Hinterflügel. Der untere
Flügel dient als Höhenruder zum Steuern, der Oberflügel zum Fliegen. Die Ober-
und Unterseite der Flügel sind oft unterschiedlich gemustert und man sieht, wenn
man die Flügel genauer betrachtet, dass sie mit vielen winzigen Schuppen bedeckt
sind. Diese Schuppen sind gefärbt und bestimmen so die Farbe des Schmetterlings.
Die herrlichsten Farbtöne entstehen aber auch durch Lichtreflexe an der Oberflächenstruktur
der Schuppen. Die Flügel sind unterteilt in Flügelansatz, Zelle, Außenrand und
Flügelspitze. Forscher untersuchen die Oberfläche von Schmetterlingsflügeln als
mögliches Vorbild für zukünftige Computerchips. Die Flügel können Licht absorbieren,
um dem Schmetterling die Wärme zuzuführen, die er fürs Überleben braucht. Die
Struktur verteilt die Wärme über den Körper. Der Abstand der Rippen auf der Schuppenoberfläche
hat in etwa die gleiche Größe wie die Wellenlänge des absorbierten Lichts. Manchmal
sind die Flügel verkümmert, manchmal fehlen sie ganz (z.B. bei den Weibchen der
Sackspinner); diese Arten können sich lediglich durch Krabbeln fortbewegen. Der
Zweck von Farben Dunkle Farben helfen, die Wärme der Sonnenstrahlen zu
absorbieren. Farben, die uns normalerweise nicht sonderlich attraktiv erscheinen,
sind vielleicht von Nutzen, wenn es darum geht, sich vor Vögeln und anderen Feinden
zu verstecken. Viele Schmetterlinge sind wahre Meister der Tarnung. Leuchtende,
kontrastreiche Farben dagegen sind oft eine Warnung, dass dieser Falter ungenießbar
und giftig ist. Auffällige "Augenflecken", die der Schmetterling plötzlich zeigt,
sollen Feinde erschrecken. Tarnung
Viele Schmetterlinge haben die unterschiedlichsten Arten der Tarnung entwickelt.
Am einfachsten ist es, die Farbe der Umgebung nachzuahmen; sogar Strukturen von
Baumstämmen werden perfekt imitiert. Andere Arten haben helle und dunkle Streifen
und Muster auf den Flügeln, die sie mit dem Schattenspiel eines Busches verschmelzen
lassen. Komplizierte Muster wie etwa verworrene, kontrastreiche Linien, erschweren
es Feinden, die Umrisse des Schmetterlings zu erkennen, die sozusagen "aufgelöst"
werden. Der Indische Blattschmetterling (Foto: Kallima paralekta) imitiert ein
welkes Blatt, die wirklichkeitsgetreue Nachahmung der Flügel macht die beabsichtigte
Täuschung perfekt. Das tarnende Muster ist stets auf der Seite der Flügel, die
sichtbar ist, wenn der Falter ruht. Mehr zu diesem Thema unter "Tarnung,
Warnung, Mimikry". 
Sexualdimorphismus
Bei vielen Schmetterlingsarten sehen Männchen und Weibchen
völlig unterschiedlich aus. Diese Verschiedenheit in der Tracht bei den beiden
Geschlechtern wird als Geschlechts- oder Sexualdimorphismus bezeichnet. Sie kann
bei fast allen Schmetterlingen in kleinem oder großem Maße festgestellt werden.
Als besonders auffallendes Beispiel des Geschlechtsunterschieds kann auch Gattung
Ornithoptera genannt werden, welche von Sumatra bis nach Nord-Neusüdwales verbreitet
ist. Die Männchen tragen grüne, gelbe und blaue Farben auf schwarzem Grund, die
riesigen Weibchen hingegen erscheinen in dunkelbrauner, unscheinbarer Uniform
mit gelben Flecken in arttypischer Anordnung. Dazu kommen auf der Unterseite an
der Brust auffallende rote Haarbüschel. Die Beispielfotos zeigen den afrikanischen
Schwalbenschwanz Papilio dardanus. 2
Fühler Die Oberfläche der Fühler, auch Antennen
genannt, ist dicht mit Geruchssinnesorganen bedeckt. Manche Falter können ein
Weibchen schon riechen, wenn es einige Kilometer entfernt ist! Die Weibchen senden
einen Duft aus, der die Männchen zur Paarung anlockt. Die Fühler tragen außerdem
zum Gleichgewichtssinn des Schmetterlings bei.Tagfalter erkennt man an Fühlern
mit keulenförmigen Enden, Nachtfalter besitzen dagegen Fühler"borsten". Ein Seitenstrang
eines Fühlers ist mit bis zu 10.000 Sinneszellen bedeckt. 3
Saugrüssel Nur bei ursprünglichsten
Schmetterlingsformen sind die Kiefer funktionsfähig erhalten geblieben. Bei den
meisten Arten sind die Mundwerkzeuge zu einem langen, spiralig gedrehten Rüssel
umgeformt. Mit diesem Saugrüssel können Schmetterlinge wie mit einem Strohhalm
Nektar saugen. Wenn der Rüssel gerade nicht gebraucht wird, wird er aufgerollt.
Um ihn zu benutzen, streckt ihn der Schmetterling aus und steckt ihn beispielsweise
in eine Blüte, wo es Nektar gibt. Dieses Strecken und Rollen bewirkt ein Muskel
im Inneren des Rüssels. Kurz nach dem Schlüpfen aus der Puppe ist der Rüssel noch
zweigeteilt (Umentwicklung aus Ober- und Unterkiefer), wächst dann aber rasch
zu einer Einheit zusammen. Der Rüssel des Schwärmers Xanthopan morgani praedicta
aus Madagaskar ist 30 bis 35 cm lang, um den Nektar zu erreichen, der sich sehr
tief in einer bestimmten Orchidee (Angraecum sesquipedale) befindet, die von Charles
Darwin entdeckt wurde. Er kannte den Falter noch nicht, vermutete aber seine Existenz
aufgrund der Orchidee. Einige Jahre später wurde diese Vermutung durch die Entdeckung
des Falters bestätigt. Der letzte Teil des Namens, "praedicta", heißt "vorhergesagt"
und erinnert an Darwins Voraussage. Einige Schmetterlingsarten fressen als adulte
Tiere niemals etwas, sondern leben von der Energie, die sie als Raupen gespeichert
haben (vorwiegend Nachtfalter). 4
Facettenauge Das Facettenauge besteht
aus einer Unzahl von kleinen Einzelaugen, weshalb Schmetterlinge alles zusammengesetzt
aus vielen kleinen Einzelbildern erkennen. Pro Auge besitzt der Schmetterling
zwischen 500 und 900 Facetten, während diese Zahl bei Fliegen beispielsweise über
2.000 beträgt. Schmetterlinge können nicht sehr deutlich sehen und nicht alle
Farben wahrnehmen, die wir erkennen. Dafür sehen sie ultraviolette Muster, die
für uns unsichtbar sind. Schmetterlinge können in alle Richtungen schauen und
bemerken Dinge, die sich bewegen, sehr schnell. Gerade das räumliche Sehen nach
oben ist für alle Falter wichtig, da Vögel eine der größten Feinde darstellen.
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Thorax Den Thorax könnte man als
"Zentrum" des Schmetterlingskörpers bezeichnen, an ihm sind die Beine, die Flügel,
der Kopf und das Abdomen befestigt. Er besteht aus drei Segmenten. 6
Abdomen Am strukturierten Abdomen
kann man bei Schmetterlingen das Atmungsorgan erkennen (Tracheen). Dieses paarig
angelegte, meist weitverzweigte Röhrensystem nimmt seinen Anfang an den auf beiden
Seiten des Körpers gelegenen Atemlöchern (Stigmen). Außerdem befinden sich die
Geschlechtsorgane am Abdomen. 7
Beine Schmetterlinge besitzen (wie
alle Insekten) sechs Beine, die in verschiedene Abschnitte unterteilt sind. Diese
Unterteilung ist ein Merkmal der Gliederfüßer, die etwa 85% aller Lebewesen auf
der Erde ausmachen. Bei einigen Schmetterlingsfamilien ist das vorderste Beinpaar
zurückgebildet und zu sogenannten Putzpfoten reduziert. 8
Füße Viele Schmetterlinge
"schmecken" mit ihren Füßen. So wissen sie sofort, ob die Pflanze, auf
der sie gerade sitzen, als Futter für ihre Raupen geeignet wäre oder nicht. Am
ersten Fußpaar ist eine Art Bürste, mit der der Schmetterling seine Fühler säubern
kann. An den Füßen sind außerdem noch Krallen, mit denen sich der Schmetterling
auf glatten Oberflächen festhalten kann. |