Üppiger
Urwald, bewaldete Berge und herrliche Strände: zwischen Karibik und Pazifik versteckt
sich ein einzigartiges Paradies. Christoph Kolumbus, der das Land 1502 Costa Rica
("reiche Küste") nannte, hat ins Schwarze getroffen. Zwar fand sich nicht das
erhoffte Gold, doch die Natur des Landes ist von unschätzbarem Wert. Vor allem,
weil der Staat diese Bedeutung früh erkannte und seit den 60er-Jahren etliche
Schutzzonen geschaffen hat. Heute gibt es auf einer Fläche, die etwa so groß ist
wie Niedersachsen, 25 Nationalparks und zahlreiche Reservate. Fast ein Drittel
des gesamten Staatsgebiets stehen inzwischen unter Schutz - mehr als in jedem
anderen Land der Welt.
Tag 1/2 -
Sonntag/Montag, 22./23. Januar 2012
Flug mit Condor von Frankfurt über
Santa Domingo nach San José, der Hauptstadt Costa Ricas. San José liegt auf einer
Höhe von 1100 m über dem Meeresspiegel - das ganze Jahr hindurch ist die durchschnittliche
Tagestemperatur bei etwa 24°C. Da wir einen Nachtflug haben, kommen wir inklusive
Zeitumstellung früh morgens im Land an und können nach dem Abholen der Autos gleich
ein bisschen auf Fotopirsch gehen. Den gut sichtbaren Mittelpunkt der Stadt "Griechenland"
(Grecia) markiert die knallrote, metallene Catedral de la Mercedes, die eher wie
ein Produkt aus Disneyland wirkt. Von hier aus sind es nur knapp 2 Kilometer bis
zu einer großen Freilandausstellung mit den tollsten Schlangen aus der ganzen
Welt. Dort versuche ich gerade, eine exklusive Führung, bei der uns auch Terrarien
geöffnet und Tiere zum Fotografieren herausgenommen werden können, zu organisieren.
Danach geht es weiter nach Zarcero. Strahlend weiße Häuser mit rötlichen Dächern
heben sich malerisch von der grünen Umgebung ab. Vor der wunderschönen Dorfkirche
liegt der ungewöhnliche Parque Francisco Alvardo mit aus Bäumen geschnittenen
Vögeln, Schlangen, Stierkämpfern, tanzenden Pärchen,... Weiter geht es 2 Stunden
lang über eine Schotterstraße, die sämtliche Schlaglöcher des Landes vereint und
über abenteuerliche Brückenbauten führt, nach Boca Tapada. Hier finden wir Dschungel
pur!

Tag
3 - Dienstag, 24. Januar 2012
Die Laguna del Lagarto Lodge bietet 500 Hektar
unberührten tropischen Regenwald. Wir gehen heute auf einem langen Netz beschilderter
Pfade auf Fotopirsch und entdecken dabei - mit etwas Glück - die roten und grünen
Pfeilgiftfrösche, Affen, Tukane, Kolibris, Papageien und andere Vögel, Alligatoren
und eine unglaubliche Vielfalt an Bäumen und Pflanzen. Das Gebiet zählt über 350
verschiedene Vogelarten, u.a. den vom Aussterben bedrohten Grünen Ara! Außerdem
können wir die kleinen Pfeffer-, Palmenherzen- und Ananasplantagen sowie einen
Schmetterlingsgarten auf dem Gelände besuchen. Am Rande des Regenwaldes laden
mehrere Lagunen zur "Wasserpirsch" in bereitstehenden Kanus ein; hier lassen sich
besonders gut eine Vielzahl von Bromelien, nistende Fledermäuse und grasgrüne
"Jesu-Cristo"-Eidechsen, (so genannt, weil sie auf dem Wasser laufen) beobachten.
Und nach Sonnenuntergang besteht sogar die Möglichkeit, die in den Lagunen lebenden
Kaimane fast hautnah bei einer Fütterung zu erleben.
Tag
4 - Mittwoch, 25. Januar 2012
Für heute ist eine mehrstündige geführte
Tour im schmalen Motorboot auf dem Rio San Carlos bis zum Rio San Juan, der Grenze
zu Nicaragua, gebucht. Vögel, Krokodile, Schildkröten, Leguane, Fischotter, tolle
Landschaften, ein Urwalddorf... und ein Flugzeugwrack im Fluss. Abenteuer pur!
Tag 5 - Donnerstag, 26. Januar
2012
Heute fahren wir die Schotterstraße
zurück ins Landesinnere nach La Fortuna an den Vulkan Arenal, dem aktivsten Vulkan
in ganz Costa Rica, wo wir an der "Volcano Arenal Night Tour" teilnehmen und dabei
die aktive, nordwestlich gelegene Seite des Vulkans besuchen. Wir starten die
Tour auf dem Wanderweg Los Tucanes, umgeben von Sekundärwald mit einer großen
Vielfalt an Flora und Fauna. Die Wanderung endet bei einem Aussichtspunkt, von
wo aus wir das Grollen aus dem Innern des Vulkans hören und aus sicherer Entfernung
die glühenden Lavabrocken zu Tale donnern sehen. Nach diesem eindrücklichen Schauspiel
führt die Tour weiter zu nahegelegenen Thermalquellen, wo wir uns inmitten eines
prächtigen Tropengartens erholen können.

Tag
6 - Freitag, 27. Januar 2012
Wir fahren
um den Arenalsee, dem größten See des Landes, und weiter bis in den mystischen
Nebelwald von Monteverde, wo uns wieder Tiermotive aller Art erwarten. Das Naturschutzgebiet
wurde 1972 von privater Hand gegründet und schützt tropischen Regenwald entlang
der Cordillera de Tilaran mit Höhen zwischen 800 bis über 1800 m. Mehr als 2500
Pflanzenarten, um die 100 Arten von Säugetieren, etwa 400 Vogelarten sowie 120
Reptilien- und Amphibienarten sind hier heimisch. Von unserer Lodge aus werden
wir bei letztem Tageslicht zu einer Nachttour starten, um nachtaktive Tiere wie
Faultiere, Schlangen, Nasenbären, Gürteltiere, Opposums und mehr zu beobachten.
Begleitet werden wir dabei von einem ortskundigen Führer.
Tag
7 - Samstag, 28. Januar 2012
Aus dem Nebelwald heraus führt uns unsere
heutige Strecke an die Pazifikküste nach Montezuma, einem urigen Fischerdorf mit
Hippie-Charme, wo wir die nächsten beiden Nächte verbringen und sich sicher Möglichkeiten
bieten, schöne Menschenstudien zu fotografieren. Das Dorf gilt unter Jungen und
Junggebliebenen international als Geheimtipp... entsprechend fröhlich geht es
hier zu.
Tag 8 - Sonntag, 29. Januar
2012
Ein Juwel für Naturliebhaber ist Cabo Blanco, Costa Ricas ältestes
Naturreservat an der Südspitze der Halbinsel Nicoya. Da es hier nicht so überlaufen
ist wie in den bekannteren Parks, haben wir große Chancen, Ameisenbären, Faultiere
und Affen zu sehen. Das durch schwedische Einwanderer erworbene Land wurde 1963
zum Naturschutzgebiet, eine Gedenktafel erinnert an die Gründer. Hier regnet es
mehr als im nördlichen Teil der Halbinsel und dies macht sich in der unterschiedlichen
Vegetation bemerkbar. Cabo Blanco wird sowohl durch tropischen Trockenwald als
auch immergrünen Regenwald charakterisiert. Nach einem Marsch durch den Urwald
bis zum weißen, weiten menschenleeren Strand können wir dort faulenzen und relaxen.
Außerdem machen wir uns heute auf, um auf einem nicht sehr langen, nur etwas "nassen"
Weg (teils durch den Fluss) den größten und schönsten Wasserfall rund um Montezuma
zu erkunden.

Tag
9 - Montag, 30. Januar 2012
Wir fahren nach Paquera und von hier aus mit
der Fähre über den Golf von Nicoya zur kleinen Hafenstadt Puntarenas. Und weiter
geht es südlich bis Quepos in die Nähe des Nationalpark Manuel Antonio, unserem
morgigen Tagesziel.
Tag 10 - Dienstag,
31. Januar 2012
Sieben Kilometer südlich von Quepos liegt der Nationalpark
Manuel Antonio mit einer Landfläche von etwa 7 m² einschließlich zwölf vorgelagerter
kleiner Inseln. Aufgrund der geringen Größe kann problemlos eine große Vielfalt
an Tieren beobachtet werden, unter anderem Leguane, Kapuzineraffen, Faultiere
und mehr als 350 Vogelarten. Den Park durchziehen gut unterhaltene Wanderwege
unterschiedlicher Länge. Durch die unmittelbare Lage am Meer stellt ein Besuch
eine schöne Verbindung aus Naturerlebnis und Badevergnügen dar. Eine Wanderung
führt uns durch den Regenwald des Parks zu den Traumstränden, etwa rund um die
Punta Catedral, von deren Spitze aus wir einen herrlichen Blick auf die vorgelagerten
Inseln haben. Wer im warmen Wasser des Pazifiks baden möchte, hat hier an den
hellen feinsandigen, palmenbewachsenen Stränden die besten Möglichkeiten. Das
türkisblaue Wasser lädt auch zum Tauchen oder Schnorcheln ein. Pelikane segeln
über die Wellen und ab und zu zockelt ein Leguan vorbei. Animation made by nature!
Tag 11 - Mittwoch, 01. Februar
2012
Wir fahren wieder zurück ins Landesinnere und besuchen Cartago, bis
1823 Hauptstadt des Landes, mit der wohl berühmtesten Kirche Costa Ricas, der
Basilica de Nuestro Senora mit der Statue der schwarzen Madonna "La Negrita".
Diese byzantinische Kuppelkirche ist sowohl wegen ihrer Architektur als auch der
Innenausstattung eines der beeindruckendsten Bauwerke des Landes, gilt aber nicht
als Wahrzeichen Costa Ricas. Dies ist vielmehr die Ruine der großen Kirche La
Parroquia, ein durch zwei Erdbeben zerstörtes, dem Apostel Johannes geweihtes
Gotteshaus. Je nach Zeit und Möglichkeiten entscheiden wir vor Ort, welche Sehenswürdigkeiten
wir hier ansteuern, bevor wir zu unserer Logde im Orosi Tal fahren, dem Anbauzentrum
des weltberühmten costaricanischen Kaffees.

Tag
12 - Donnerstag, 02. Februar 2012
Heute
werden wir den Vulkan Irazu Nationalpark besuchen. Wir fahren die kurvenreiche
Strecke hinauf zum Vulkan, der mit seiner mondähnlichen Landschaft in 3432 m Höhe
der höchste Vulkan Costa Ricas ist. Er bekam seinen Namen von dem Wort "Iaratzu",
das in der Indianersprache "grollender Berg" bedeutet. Seinen letzten starken
Ausbruch hatte er im Jahre 1963, der Hauptkrater ist heute mit hellgrünem Schwefelwasser
gefüllt. Wir wandern entlang des Kraters zum nahegelegenen Aussichtspunkt Cerro
Alto Grande. Hier breitet sich vor uns in absoluter Stille eine überwältigende
Landschaft aus; bei (hoffentlich) klarem Wetter kann man sogar beide Küsten Costa
Ricas sehen. Ein wenig unterhalb des Gipfels beginnen dichte Nebelwälder und an
der sanft abfallenden Südflanke Felder mit Kartoffeln, Kohl und anderem Gemüse.
Tag
13 - Freitag, 03. Februar 2012
Mit
Regenwald, Vulkanen, Kaffee- und Zuckerrohrpflanzungen bietet die Region Orosi
eine der abwechslungsreichsten und schönsten Landschaften, die in Costa Rica zu
finden sind. Obwohl dieser Landstrich der erste war, der besiedelt wurde, ist
er einer der letzten, der vom Tourismus erschlossen wird, was ihn als Reiseziel
nur noch interessanter macht. In Orosi befindet sich die älteste Kirche Costa
Ricas, welche 1743 von den spanischen Eroberern erbaut wurde. Weitere Ziele rund
um das Orosi Tal sind die Hauptstadt San José, der Tapanti National Park (eine
der letzten Zufluchtsstätten für Jaguare und Tapire), der Cachi Stausee, die Kirchenruine
von Ujarras, Ruinenfragmente der alten Indianerstadt Guayabo oder der Vulkan Turrialba,
der nach 165 Jahren kürzlich wieder "aufgewacht ist" - wir können vor Ort entscheiden,
welche Tour wir heute fahren.
Tag
14 - Samstag, 04. Februar 2012
Durch
den Braulio Carillo Nationalpark, in dessen Biotop über 140 verschiedene Tierarten
- vom Brüllaffen über Jaguar und Puma bis hin zu Waschbären, Schlangen, Kolibris,
Tukanen,... leben - fahren wir bis Sarapiqui. Der Nationalpark verdankt seinen
Namen dem dritten Präsidenten Costa Ricas: Braulio Carrillo Colina. Der Vulkan
Barva ist eine der Attraktionen dieses Nationalparks, die Anfahrt lässt sich aber
nur mit einem allradgetriebenen Auto bewältigen. Dafür kann man den Kratersee
des erloschen Vulkans und die Aussicht aus dieser Höhe (der Park steigt von 36
m bis auf 2906 m Höhe an) oft alleine genießen. Wir entscheiden je nach Straßenverhältnissen,
ob wir uns die Fahrt zutrauen oder lieber eine der ausgewiesen Wanderungen im
Park unternehmen. Übernachten werden wir heute im Centro Neotròpico, einer Ecolodge
im Regenwald mit Museum, Botanischem und Archäologischem Garten, Schulungszentrum,...
Tag 15 - Sonntag, 05. Februar 2012
Unser
heutiges Ziel sind die La Paz Waterfall Gardens mit ihren wunderschönen fünf Wasserfällen,
dem La Paz River, dem Trout Lake, dem größten Schmetterlingsgarten der Welt, 26
verschiedenen Arten Kolibris, Raubkatzen, Affen und vielen Highlights mehr. Hier
verbringen wir den ganzen Tag, bevor wir uns Richtung San José aufmachen, um uns
auf die morgige, frühe Abreise vorzubereiten.
Tag
16 - Montag/Dienstag, 06./07. Februar 2012
Rückflug
über Santa Domingo nach Frankfurt, wo wir am nächsten Morgen landen.
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